
Links
| Wind |
|
Oftmals wird der vorherrschende Wind von Anfängern, aber auch noch von Fortgeschrittenen, falsch eingeschätzt. Spätestens ab Windstärken von drei bis vier Beaufort wird man ohne Erfahrung oder Vergleichswerte von Windmessgeräten den Wind (vor allem im böigen Binnenland) oftmals ganz anders beurteilen, als er tatsächlich ist. Da können einem die etwas kräftigeren Böen anhand der eher ruhigen Phasen dazwischen schon fast wie Sturmböen mit hohen Windstärken erscheinen. Oder man empfindet die ruhigeren Augenblicke dazwischen schon fast als Windstille. Daher ist es jedem zu empfehlen anfänglich oder zumindest bei den entsprechenden Gelegenheiten sein eigenes Empfinden anhand eines Windmessers zu "kalibrieren". Der persönliche Eindruck dabei ist ofmals sehr unterschiedlich. Im Binnenland wird man eine bestimmte Windstärke ganz anders empfinden als beispielsweise an der See.
![]() Windmesser für richtungsunabhängige Windmessung
Die oft zitierte Beaufort-Skala bietet dabei eine bessere Orientierungshilfs als man auf den ersten Blick vielleicht denken mag. Gerade mit etwas Erfahrung und ein paar bewußt erlebten und gemessenen Werten wird man sich mit ihrer Hilfe oftmals ein besseres Bild des vorherrschenden Windes machen können - auch ohne Windmesser.
Grundlegend sollte immer noch zwischen Wind an der See und dem Wind im Binnenland unterschieden werden. Der Wind an der See ist in der Regel sehr viel "ehrlicher" da er wesentlich konstanter und dadurch für den Piloten berechenbarer ist. Auch wenn er dort aufgrund der höheren Luftfeuchtigkeit sowie dem Salzgehalt in der Luft, wie auch durch gegebenenfalls mitwehenden Sand, besonders bei höheren Windgeschwindigkeiten etwas unangenehmer erscheinen mag. Erste Flugerfahrungen vor allem bei wirklich starkem Wind dürften an der See aufgrund der besser absehbaren und weniger überraschenden Windbedingungen leichter fallen. Im Binnenland hingegen wird man an den meisten möglichen Drachenflugplätzen mehr oder weniger mit Windböen zu kämpfen haben. Diese können oftmals unvorhergesehen eintreten und einem leicht mit dem Doppelten oder gar einem Vielfachen des vorherrschenden Grundwindes ins Segel schlagen. Fliegt man bereits an seinem persönlichen Limit, so wird eine plötzlich auftretende Böe fast unweigerlich zum Absturz oder gar zum Unfall führen. Daher sollte vor allem beim Fliegen mit leistungsstarken Drachen im Binnenland immer ein gewisser Sicherheitspuffer in der Dimensionierung des Drachens eingehalten werden. Eine genaue Beobachtung und Einschätzung des umliegenden Geländes mit seinen Auswirkungen, sowie des Windes mit seinen auftretenden Böen über einen gewissen Zeitraum hinweg kann helfen mögliche Gefahrenpotentiale im Vorfeld zu erkennen und sich darauf einzustellen. Hundertprozentige Sicherheit läßt sich jedoch auch damit nicht erzielen. Egal ob an der See oder im Binnenland: Der Pilot steht beim Fliegen immer mit dem Rücken zum Wind. Mögliche Wetter- und Windveränderungen, die sich eventuell schon anhand des Wolkenbildes abzeichnen, wird man dadurch oftmals erst erkennen, wenn einen der Wetterumschwung schon ereilt hat. Ein gelegentlicher Blick nach hinten kann helfen dies frühzeitiger abzusehen. |

